Bruno Morger in der Dägerler Post

von | 31.08.20 | Allgemein, Reportagen

Jetzt ist er da, der Moment zum Tschüss sagen. Der Weg von Bruno Morger geht ohne sein Schulzimmer weiter. Die vielen Stunden, die er an der Primarschule Dägerlen gearbeitet hat sind unbezahlbar.

Er war einfach immer da, als Lehrer, als Fachkraft, als Teamkollege, als Lehrervertretung bei diversen Projekten. Für den unermüdlichen, treuen und kostbaren Einsatz sagen wir Danke. Wir sagen danke fürs Rechnen und Schreiben, fürs Welt erklären, fürs Streit schlichten, fürs Stifte spitzen, fürs Fragen beantworten, fürs Geduldig sein, fürs Weg weisen, fürs Lieder singen, fürs Manieren beibringen, Bücher vorlesen, Mut machen und Vorbild sein. Einfach für das Herz am rechten Fleck, für die Spuren, die Bruno Morger bei den Kindern und dem ganzen Umfeld durch all die Jahre hinterlassen hat.

Als Bruno Morger im Frühjahr nach Oberwil ins alte «Schuelhüsli»  kam, startete das Schuljahr noch im Frühjahr. Es war der 1. April 1984. Die ersten 4 Jahre nach dem Semi gab er in Wiesendangen Schule.

Es waren zu Beginn noch 6 Klassen in einem Zimmer. Die Schüler kamen aus Ober- und Niederwil. Es waren eher kleine Klassen, ca. 3 – 5 Schüler pro Klasse. Damals war der Aufwand für eine Klasse noch nicht so gross wie heute. Die grossen Schüler halfen den kleineren und man hatte viel miteinander zu tun. Es war eine ländliche Gegend, anfangs waren beinahe nur Bauernkinder im Schulhaus Oberwil, das Leben in der Landwirtschaft verband einander.

Der Turnverein war auch schon damals im Dorf fest verankert. Daneben gab es keine grossen Attraktionen wie heute. Es wurde viel mehr zusammen gespielt, auf der Strasse oder auf dem Schulhausplatz. Die Kinder waren nicht so stark beaufsichtigt und es herrschte ein Grundvertrauen «us dene gits öppis rechts».

Als dann im Jahr 2005 das neue Schulhaus Resi eingeweiht wurde zog es die Klassen nach und nach ins grössere Schulhaus nach Rutschwil. Zuerst zügelten die 4.- 6. Klässler, welche gut mit dem Fahrrad zurechtkamen, danach die Kleineren.

Das erste Schulzimmer von Bruno Morger im Schulhaus Resi war im unteren Stock, da wo jetzt die Handarbeit ist. Nach einem sehr starken Gewitter, was zu einem grossen Wasserschaden im ganzen 1. UG führte, wechselte Lehrer Morger in den oberen Stock und genoss fortan die schöne Aussicht auf das Resi.

Bruno Morger hatte es gerne interessant und immer gut mit seinen Klassen.

Er erlebte viele Mitarbeiter der Schule, Schulpfleger, lernte manch einen kennen. Lösungen wurden gemeinsam gesucht und gefunden. Jeder machte sein Möglichstes.

Lehrer Morger war in beiden Baukomissionen bei den Um- bzw. Neubauten dabei, an den Schulpflegesitzungen amtete er seit Beginn als Lehrervertreter.

Die Tische und Bänke im Klassenzimmer begleiten ihn seit Beginn. Sie wurden natürlich mal abgeschliffen, aber es sind seit dem Start im neuen Schulhaus die gleichen

Kurz vor der Pensionierung, funkte noch der Corona Virus dazwischen. So alleine ohne Schüler im Klassenzimmer zu sitzen, vor leeren Bänken und Stühlen, war nicht einfach für Bruno Morger.

Im Wissen, dass es das letzte Schuljahr ist, hat Bruno Morger aber nicht viel anders gemacht. Natürlich wird er seine Schüler vermissen, die Arbeit, die ihn so lange begleitet hat. Er ist mit der Arbeit gewachsen und hat sie gerne gemacht.

Jetzt freut er sich auf die neue Freiheit, auf die Arbeit mit dem Traktor im Wald – langweilig wird ihm bestimmt nicht.

An seinem letzten Schultag, am Freitag vor den Sommerferien wurde er mit einem Postenlauf überrascht. Mit einer zweispännigen Kutsche wurde er und Anita Currat, die Schulbusfahrerin, welche auch pensioniert wird, in der Schule abgeholt und an die verschiedenen Posten gebracht. Jede Klasse hatte einen Posten gestaltet und konnte individuell «Tschüss» sagen.

Auch die Schulpflege gestaltete einen Posten. In seiner «Karriere» hat er an ungefähr 360 Schulpflegesitzungen teilgenommen, hat im Vorfeld die Traktanden gelesen und sich als Lehrervertretung vorbereitet.

Zu guter letzt vor dem Feuerwehrdepot wurde Bruno Morger von ehemaligen Schülerinnen und Schülern mit einem Apéro überrascht. Gemeinsam schwelgte man in Erinnerungen und manch eine Anekdote wurde erzählt.

Die Schulpflege der Primarschule Dägerlen wünscht dir lieber Bruno von Herzen es «Machs guet» und «Heb Sorg» wo auch immer das Boot des Lebens dich hinschaukelt.

Wir werden dich vermissen.

Sandra Pletscher

Primarschule Dägerlen

 

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