Anita Currat in der Dägerler Post

von | 31.08.20 | Allgemein, Reportagen

Die Karriere von Anita an der Schule Dägerlen startete am 01.07.1995. Zuerst als Abwartin im alten «Schuelhüsli» in Oberwil. Das Reinigen des Schulhauses, die Umgebungsarbeiten, und auch die Bewirtschaftung des grossen Gartens gehörten dazu. Dieser war sehr zeitintensiv.

Bruno Morger wohnte in der Wohnung und unterrichtete im Schulhaus Oberwil. Es war eine schöne Zeit.

2001 wurde eine neue Schulbusfahrerin gesucht und Anita bewarb sich auf die vakante Stelle. Die Verantwortung, keinen Arbeitsweg, über Mittag für die Kinder zu Hause und zur selben Zeit Ferien, all das gefiel Anita. An das ständige auf die Uhr schauen gewöhnte sie sich schnell.

Die ersten Fahrten fanden in einem orangen VW Bus statt mit einem langen Radstand, welcher hinten 2 Sitzreihen hatte ohne Gurten. Wenn man von hinten die Flügeltüren geöffnet hatte, konnte man zwei «Holzbänkli» herunterklappen. Dort sassen die Kinder am liebsten.

Am Anfang wurde viel gesungen im Auto. Später kamen dann Kassetten und CD dazu. Die «Chasperli» Geschichten kann sie in und auswendig. Damals wurde der Schulbus benutzt für den Transport zwischen den Schulhäusern Oberwil/Rutschwil und für Sonderstunden wie Logopädie und Psychomotorik. Blockzeiten existierten damals noch nicht.

Als dann die Wohnung im «Schuelhüsli» frei wurde, zog Anita ein.

Als dann das «Schuelhüsli» nicht mehr gebraucht wurde, wollte es die Gemeinde verkaufen. Nachdem alle Schülerinnen und Schüler fortan im Schulhaus Resi in Rutschwil zur Schule gingen, wohnte Anita noch 3 Jahre alleine im «Schuelhüsli» bevor sie nach nach Oberwil umzog und der Schulbus fortan bei ihr zuhause stand.

Anita fuhr immer die Kinder vom Kinderkarten bis zur 3. Klasse zur Schule.

Der Schulbus holte auch 2 Jahre lang ungefähr 8 Kinder von Hettlingen nach Berg in den Kindergarten, weil in Hettlingen zu wenig Platz vorhanden war.

Manchmal war es schwierig alle Termine im Gedächtnis zu behalten.

Schnell zogen die Jahre ins Land. Die Kinder wurden selbstsicherer, aber Schulbus fahren machten alle gern.

Für viele Kinder wurde Anita zu einer Vertrauensperson und erfuhr auch Sachen, die nicht für alle Ohren bestimmt waren.

Anita war immer da für einen zuverlässigen, sicheren und pünktlichen Transport mit Zusatzaufgaben wie Vermittler, Tröster, Krankenschwester, Aufpasser, Mami, Zuhörer und Nervenbehalter.

Manchmal war es auch mühsam mit dem Bus, die Schiebetüre spuckte und funktionierte nicht und sie musste mehrmals in die Werkstatt. Das war dann der freie Mittwochmittag, der in der Werkstatt mit Warten verbracht wurde.

Fazit von Anita: Es war eine sehr schöne Zeit und sie hatte es gut mit allen.

Der Abschluss zusammen mit Bruno Morger ist besonders schön für sie. Vor langer Zeit hat Anita zu Bruno gesagt: «Vielleicht werden wir zum selben Zeitpunkt pensioniert».  

Am letzten Schultag wurde auch Anita mit der Kutsche abgeholt und zusammen mit Bruno Morger verabschiedet. Die Klassen, die Kinder, die ehemaligen Schülerinnen und Schüler die Teamkollegen. Das bleibt sicher unvergesslich.

Für den wertvollen und kostbaren Einsatz, die Geduld, die Freude, das Herzblut und das sonnige Gemüt möchten wir uns ganz herzlich bedanken. So wie wir Anita kennen wird es ihr bestimmt nicht langweilig, aber sie kann nun selber Entscheiden wann sie Pause macht und wann der Alltag anfängt.

Anita werden wir sehr vermissen.

Sandra Pletscher

Primarschule Dägerlen

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